Raaben-Netz

Hier bin ich

Die Tageslosung mit Bild und Impuls – das hatte ich mir vorgenommen. Ein Jahr lang. Jeden Morgen, werktags wie sonntags, im Urlaub oder auf Reisen. Bin ja eh online, war das Argument. Bin ja eh Christin. Fotografiere ja eh mit Leidenschaft. Kannste ja auch was vernünftiges draus machen.

Schwarzbrot-Losungen

Manchmal trieben sie mich zur Weißglut, diese Losungen. “Aus Glaube seid ihr gerettet durch Glauben” oder “Gebt acht, dass die Freiheit nicht Vorwand für Selbstsucht werde” – Himmel, wie soll man denn das bebildern? Und das morgens um sieben, wenn die Denkkapazitäten eigentlich am Rand der Kaffeetassen enden! Anderes war auf andere Weise schwierig “Der Herr hatte sie fröhlich gemacht” oder “Wasche dein Herz von der Bosheit, dass dir geholfen werde” – dafür brauchte ich Bilder, die die Konkretion aufgreifen, das konnte ich nicht mit Blümchen oder Sonnenuntergängen interpretieren. Manchmal musste ich scharf nachdenken, manchmal auch kreativ nachknipsen. Es hat Spaß gemacht, es macht Spaß. Aber es ist auch herausfordernd.

Danke!

Ich freu mich an der Entwicklung: Sowohl bei Twitter als auch bei Instagram hat sich eine kleine “Gemeinde” gebildet, die sehr treu die Morgenimpulse Impulse wahrnimmt. Ihnen und euch an dieser Stelle: Danke! Ich fühle mich euch verbunden. Das hat das Wort Gottes gemacht, dass wir einander nah sind.

Das Netz sehnt sich nach Gott

Ein Jahr. 365 Tage. Es war ein ehrgeiziges Projekt, aber aus Hybris geboren. Ich bin stolz darauf, Pastorin zu sein und nicht in Schichten oder Stundenkontingenten denken zu müssen. Ich wollte unter Beweis stellen: Ich bin auch in diesem technisierten Beruf als Öffentlichkeitsreferentin geistliches Wesen, und das Internet hat eine geistliche Komponente. Es sehnt sich nach Gottes Wort, es sehnt sich nach guter Gemeinschaft, nach Zutrauen und Zuwendung. Ich bin gerne Pastorin im Netz

Der Ehrgeiz geht vor die Tür

Jetzt mach ich Pause. 14 Tage Urlaub. Es fühlt sich ein bisschen an wie Einknicken. Ist es auch. Aber ich merke: Ich brauche diese Auszeit, um neue Kraft zu schöpfen. Meine Netzgemeinde hält das aus, und sie nimmt es nicht übel. Und mein Ehrgeiz, der muss jetzt mal kurz vor die Tür.