Raaben-Netz

Falls ihr fragen wolltet……

Nun ist mein erster Orthopäden-Termin ziemlich genau ein Jahr her. Röntgenbild und Diagnose: Alles halb so wild, das kriegen wir mit ein bisschen Krankengymnastik zurecht. Aber dann wurde es immmer schlimmer. Der Morbus Reiter kam hinzu. MRT von Kopf bis Fuß, und die Beifunde verbreiteten gelegentlich mehr Angst als Zuversicht, zunehmende Schmerzen, schlaflose Nächte – kurz: Ich hab eine schlimme Zeit hinter mir.

Aber das erste MRT im September machte deutlich: Das wird nichts. Die Hüfte ist hin. Nur die Orthopäden wollten davon nichts wissen. “Nun machen Sie sich man nicht kränker als Sie sind” – zu deutsch: Sie simulieren. Drei Orthopäden, drei Mal die gleiche Nicht-Diagnose. Und dazu die Reaktionen von außen: Du humpelst ja! Nun musst du aber wirklich mal was machen! Meine Lust, all diesen lieben, wohlmeinenden Menschen zu erklären, dass ich gar nichts habe, sondern nur so tu als ob, hielt sich in Grenzen. Verzeiht, wenn ich euch angefahren habe. Ich war runter mit den Nerven.

Jetzt endlich kann man auf den neuen Röntgenbildern sehen, dass der Gelenkspalt so gut wie hin ist. Und dass die Zersetzung progredient, also fortschreitend ist. Ich geh auf Knochen, und so fühlt sich das auch an. Treppen schaff ich nur noch mit Krücken, der Weg vom Parkplatz zum Büro ist quälend, Museumsbesuche oder eine Ausstellung kann ich nachlassen. Jetzt endlich sagt selbst meine Orthopädin: Das wird nix. Da muss was schickes Neues ran.

Ich bin erleichtert. Endlich eine Diagnose. Und wenn ihr mich nächstes Mal fragt, was denn mit mir los ist, sag ich: “Hab ich Hüfte, krieg ich neue.” Nicht mehr lange, dann hab ich mich wieder. Und ihr mich auch. Ich freu mich drauf.